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Aus unserem Archiv – Die panTerra GmbH in der Bayerische Staatszeitung

Aus der Bayerischen Staatszeitung Nr. 32, erschienen am 06. August 2004

Damals schon State of the Art

Die Firma panTerra war schon immer Vorreiter in Qualität und Entwicklung Ihrer Zeitraffer-Kamerasysteme, hier ein Artikel aus 2004:

Aus zwei Jahren werden drei Minuten

panTerra.tv produziert mit der Fernsehtechnik von morgen Bau-Kurzfilme für heute Eine typische Studenten-WG – das ist der erste Eindruck, wenn man über die lange Einfahrt auf das fast hundert Jahre alte Einfamilienhaus mit den kleinen Holzfenstern in München-Pasing zuläuft. Vor dem Eingang stehen ein alter Biertisch und zwei Bierbänke. Daran lehnt ein mindestens ebenso altes Rennrad. Den Vorraum des Hauses ziert ein orange-grauer Kinosessel mit einem aufgestickten orangenen Panther. Doch Studenten kann man hier weit und breit keine finden. Statt dessen hat hier die Produktionsfirma panTerra.tv ihr Domizil errichtet. Und statt wilder Studenten-Feten gibt es hier Zeitrafferfilme in Imax-Qualität.

Vor fünf Jahren machten sich die beiden Diplom-Geologen Michael Dehner und Andreas Stigler selbständig. Die Überprüfung von Aushub und die Suche nach Altlasten auf den Baustellen war den beiden schnell zu langweilig geworden. Das war überhaupt nicht kreativ”, erinnert sich Dehner. Und da Dehner schon zu Schulzeiten Filme im Monty-Python-Charme drehte und Stigler im Hörsaal davon träumte, geologische Dokumentarfilme fürs Fernsehen zu produzieren, waren sie das perfekte Team.

Zwei Jahre lang drehten sie in Osttirol Kurzfilme für Firmen, die ihre Mitarbeiter mit Canyoning, Rafting oder Paragliding belohnen und motivieren wollten. Der erste Auftrag aus der Baubranche kam 2001 von der MEAG, die die Münchener Rück beim Bau des neuen Geschäftsgebäudes am Münchner Tor vertreten hat. Das fünf Mann starke Team von panTerra.tv sollte den Bauablauf als Film aufbereiten und zum Richtfest präsentieren.

Dieses Projekt war ein Versuchsballon”, sagt Andreas Stigler. Es war unser erster Auftrag, bei dem wir mit hochauflösendem Material gearbeitet haben.” Zuvor verwendete das Team die herkömmliche PAL-Fernsehtechnik, die eine Bildauflösung von 720 x 576 Pixel liefert. Mit der HDTV-Technik (1920 x 1080 Bildpunkte), die in Europa noch nicht eingeführt ist, eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten.

Für uns ist es wichtig, dass wird schon mit der Fernsehtechnik von morgen arbeiten”, denn bereits 2006 werden die Spiele der Fußball-WM in HDTV-Technik übertragen. Bei einem herkömmlichen TV-Film flimmern 25 Bilder pro Sekunde über die Mattscheibe. Will man einen Zeitraffer-Film zusammenschneiden, wählt man aus seinem Filmmaterial entweder jedes 50. Bild und setzt daraus einen neuen Kim zusammen oder man lässt den Film einfach schneller ablaufen.

Das ist eine langweilige Geschichte, wenn man .nur noch das Wachsen des Gebäudes sehen kann findet Stigler; mit unangenehmen Folgen für den Betrachter: Das Auge kann Details wie Baggerarbeiten nicht mehr auflösen, das Bild flackert für den Betrachter, Hell-Dunkel-Kontraste wechseln sich schnell ab und nur noch das Wachsen des Gebäudes kann wahrgenommen werden. Die HDTV-Technik liefert dagegen zwei entscheidende Vorteile:

Wir erreichen eine hohe Auflösung, die sonst nur mit hohen Kosten zu erzielen wäre”, sagt Stigler. Und in der Nachbearbeitung am Rechner können die Flimmereffekte abgestellt werden. Dazu spielen wir uns mit den Zeitachsen”, so Stigler. Der Film wird Bild für Bild für Bild” in die einzelnen Zeitebenen zerlegt, die dann am Rechner bearbeitet werden, so dass Farben und Schattenwurf optimal zusammenpassen. Kleine Farbabweichungen werden korrigiert. Am Ende werden die einzelnen Bildebenen wieder zu einem zusammenhängenden Film zusammengesetzt mit dem Effekt, dass der Betrachter nicht nur das Wachsen des Bauwerks verfolgen, sondern auch beobachten kann, wie die Lastwagen Schotter anliefern, Kräne aufgebaut und wieder abgebaut werden oder Arbeiter auf der Baustelle tätig sind. Sogar den Wechsel der Jahrezeiten kann man an dem Laub der Bäume verfolgen.

Weitere Aufträge folgten. Der Kreis der Kunden ist klein aber fein. Sobald die Bauherrn einen gewissen architektonischen Anspruch stellen, entsteht auch der Wunsch, den Bau zu dokumentieren. Derzeit beobachten die Kameras von panTerra.tv rund um die Uhr die Bauarbeiten der Allianz-Arena, der BMW-Welt und den Umbau von Karstadt-Oberpollinger am Stachus. Die Kameras bleiben die gesamte Bauzeit über vor Ort bei dem neuen Münchener-Rück-Gebäude am Petueltunnel waren es zwei Jahre; der Präsentationsfilm wird drei Minuten dauern. Mit welcher Geschwindigkeit die Kameras Bilder einfangen hängt von .den Ereignissen auf der Baustelle ab. Werden etwa Kräne aufgestellt oder abgebaut oder steigen bei einem Richtfest hunderte von Luftballons in die Luft, fahren die Geschäftsführer Andreas Stigler und Michael Dehner persönlich auf die Baustelle, um die Taktfrequenz der Aufnahmen optimal auf das Ereignis abzustimmen.

Das bedeutet aber nicht, dass die Mitarbeiter drei Jahre lang warten müssen, bis sie sich an die Rechner setzen und den Film schneiden. Mit einer Kamera ist ein Mitarbeiter in der Woche rund 20 Stunden beschäftigt. Er muss die Bilder auswerten und für regelmäßige Zwischenpräsentationen bearbeiten. Dies ist Dank der digitalen Filmtechnik möglich. Die Daten werden auf dem 1,3 Tera-Bite (1300 Giga-Bite) Server gespeichert und können je nach Bedarf abgerufen und zusammengefügt werden. Das nächste Projekt wird in eigener Sache sein. Das Haus in Pasing wird abgerissen und Dehner und Stigler müssen mit ihrer Firma umziehen.

Wir haben die Atmosphäre hier sehr geliebt – gerade den studentischen Charakter”, sagt Stigler. Und da sie nicht hinter Glasfassaden arbeiten möchten, zieht das Team im September nach Neuried, in die frisch renovierten Räume eines denkmalgeschützten Bauernhauses.

Artikel: Birgit Kruse – Bayerische Staatszeitung

panTerra: Ihr Profi für professionelle Baustellenzeitraffer seit 1999

Heute ist 4K UHD unser Standard und in Sachen Filmproduktion hat sich einiges geändert.